AvD Kart-Challenge / Die Sieger /Allianz-Roadrunner berichten

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v.l.n.r.:

Helmut Braun, Nina Hutter, Stefan Lorenz (sitzend), Stefan Rapp, Jochen Brendle, Marco Braun

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Templin 18./19. Oktober 2008

Heimisches Team Allianz Roadrunner neuer AVD Kart Meister 2008

Furioses Finale der AVD Kart Meisterschaft 2008 auf dem Templiner Ring


Das Kart Team Allianz Roadrunner, das sich zusammensetzt aus dem Baiersbronner “Böcke Racing Team“ mit den Fahrern Helmut und Marco Braun, Stefan Rapp und aus den beiden Empfingern Allianz Roadrunner Fahrern Stefan Lorenz und Jochen Brendle, hat durch eine bemerkenswerte Team-Leistung die deutsche Kartszene mächtig aufgemischt.

Die vom AVD (Automobilclub für Deutschland) neu ins Leben gerufene Rennserie, die auf Sodi Rennkarts gefahren wird, war für das Allianz Roadrunner Team, das bisher Überwiegend lndoor Langstrecken Rennen gefahren hat, der Einstieg in die bundesweite Outdoor Rennszene.

Die Rennserie umfasst insgesamt 12 Rennen, die an 6 Renntagen absolviert werden. Nach der offiziellen Serienvorstellung in Wittgenborn auf dem Vogelsbergring im Juli, bei dem das Reglement, die verschieden Rennstrecken, sowie das Sodi Rennkart präsentiert wurden, entschied man sich für die Nennung und Einschreibung für die Serie.

Danach musste zuerst das vorhandenen Equipment, das nicht den Normen der FIA ( Federation International Automobil ) entsprach, neu angeschafft werden. Einen homologierten Helm, Schuhe, wie auch Handschuhe die den strengen Normen entsprechen, wurden zunächst angeschafft.

Pro Renntag wurden 2 Rennen a‘ 3 Stunden gefahren. Für jeden Lauf wurde ein separates Qualifying durchgeführt, wodurch sich die Startaufstellung für die beiden Läufe ergab. Die Einstellung des Fahrwerks durch Spureinstellung, wie auch die Ermittlung des optimalen Luftdrucks war Sache der Teams. Hier musste man im einstündigen freien Training versuchen, die Karts auf den Streckenverlauf und auch auf die örtlichen Gegebenheiten, wie Temperatur, Beschaffenheit des Belages, trockene oder nasse Verhältnisse optimal einzustellen. Dies stellte sich am Anfang der Saison als schier unlösbares Problem für das heimische Kart-Team heraus. Trotzdem wurden bereits in den ersten Rennen am 26.07. auf dem Hunsrückring in Hahn und auch am 09.08. auf dem Vogelsbergring in Wittgenborn, achtbare Erfolge erzielt. Dadurch konnte man bereits die Aufmerksamkeit der Veranstalter, wie auch der Top Teams auf sich ziehen. Eine Chance auf mehr wohlgemerkt, räumte dem Team allerdings keiner ein.

Mit den Teams Scharmüller Austria Racing, DS Racing, Kartcenter Rostock, Tigers Racing aus NRW, dem Team KRSC Köln e.V. und dem Bluebird Racing Team aus der Schweiz, waren die Creme de la Creme der deutschen, österreichischen und auch der schweizerischen Profi-Kartszene die Gegner, gegen die es sich zu behaupten galt. Aber auch zahlreiche Amateur Teams mit Top Fahrern hatten sich in die Rennserie eingeschrieben. Mit Death or Glory, dem Modena Racing Team, MKC Limburg, oder auch dem Team Vene Vidi Vici aus Templin waren weitere namhafte Gegner am Start, die zum Teil aktuelle Europa Meister und andere Serien Sieger in ihren Reihen hatten. Den Durchbruch für das Racing Team sollte es dann am 23. August auf dem Vogtlandring in Bernsgrün geben. Nach den Siegen in beiden Läufen titulierte die namhafte Kartsport Zeitschrift, Pro Kart: “…die Roadrunners ließen es in Bernsgrün glühen.“ Die Siege in beiden Läufen brachte dem Team gar die Titelseite in Pro Kart ein.

Renntag Nummer 4 fand dann am 04. Oktober in Emsbüren im Emsland nahe der holländischen Grenze statt. Hier sollte sich zeigen ob, die Erfolge in Bernsgrün Zufall waren, oder ob man tatsächlich den Durchbruch geschafft hatte. Sieg Nummer 3 in Rennen 1 und Platz 2 im Rennen 2 ließen die Konkurrenz dann doch ziemlich staunen. Die Rennstrecke in Emsbüren war bis dahin mit Abstand der schnellste Kurs der Serie. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 90 km/h mussten alle Fahrer an ihre absolute Belastungsgrenze gehen. Da gab es nichts mehr das nach den Rennen nicht weh tat. Da es bei beiden Läufen kurze Regenschauer gab, konnten die Fahrer des Allianz Teams ihre Regenqualitäten voll ausspielen. Durch die Erfahrung aus den zahlreichen Indoor Rennen

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der letzten Jahre, bei denen der Gnp dem eines nassen Asphalt Belages oft sehr Nahe kommt, waren die Roadrunner nicht zu schlagen. Zeitweise knapp 2 sec. schnellere Rundenzeiten sprachen hier eine eindeutige Sprache und sorgten am Ende für einen uneinholbaren Vorsprung. Den Sieg im zweiten Lauf verspielte man nur durch eine unnötige, aber berechtigte Zeitstrafe von 60 sec.

Durch diese Siege hatte man sich mittlerweile in der Tabelle ganz nach vorne gefahren. Mit bis dahin 93,5 Punkten hatte man 7 Punkte Vorsprung auf das zweitplatzierte Team Death or Glory heraus gefahren. Allerdings waren auch einige unnötige Fehler der anderen Teams, wie Spritmangel auf der Strecke, oder Fehler in der Boxengasse und daraus resultierenden Zeitstrafen der Grund für die Führung im Gesamt Klassement. Aber damit konnte man freilich gut leben. Zumal man selbst die letzten Renntage absolut fehlerfrei und mit einer beeindruckenden Teamleistung beendet hatte. Die Erkenntnis nun selbst vom Jäger zum Gejagten avanciert zu sein, machte das Team auf das bisher erreichte dann schon ziemlich Stolz.

Das Showdown der AVD Kart Challenge 2008 sollte dann im uckermärkischen Templin stattfinden.

Renntag Nummer 5 und 6 am 18./19. Oktober mit Nachtrennen und einem Lauf in umgekehrter Richtung sollten dann die Entscheidung in der Meisterschaft bringen. Durch die insgesamt 80 Punkte, die es in den 4 Rennen zu holen gab, war der Vorsprung des heimischen Teams mit 7 Punkten keiner, auf dem man sich ausruhen konnte. Der Templiner Ring hatte unter Rennfahrern den Ruf, die schönste und schnellste Rennstrecke Deutschlands zu sein. Rennen in beide Richtungen sind dort möglich und machen die Strecke einzigartig in der Szene. Aber da der Inhaber und Betreiber der Bahn ein gebürtiger Schwenninger war, hatte man im fernen Templin doch auch heimische Gefühle. Dieser hatte das aus seiner Heimat angereiste Team dann auch schnell ins Herz geschlossen. Allerdings machte er auch klar, da das Team Vene Vidi Vici, das aus Templin stammt, hier nicht zu schlagen sei. „Die Jungs sind auf der Kartbahn hier aufgewachsen und treten nur an um zu siegen.“ Unzählige Sieger Photos der Fahrer im Gastronomie Bereich des Templiner Rings waren hierfür ein eindrucksvoller Beweis.

Die Wetterbedingungen waren am ersten Renntag sehr gut. Es war trocken und mit nur knapp 8°Celsius recht kühl. Insgesamt 20 Teams hatten sich für das Finale eingeschrieben. Natürlich schaute man bereits von Beginn an auf die in der Gesamtwertung führenden aus dem Schwarzwald Bereits im freien Training zeigte sich dann die Heimstarke des Templiner Teams. Zeitweise knapp 5/10 sec. Vorsprung waren eine deutliche Sprache. Mit Platz 10 im freien Training konnte das Allianz Team natürlich nicht zufrieden sein. Den Grund hierfür suchte man in der Einstellung des Karts und vor allem im Luftdruck. Trotz einiger Veränderungen war auch im Qualifying kein gutes Ergebnis möglich. Daher entschloss man sich in einer Teambesprechung vor dem 1.  Rennen volles Risiko zu gehen und den Luftdruck in eine ganz andere Richtung zu verändern als man es bisher tat.

 

Doch bereits in den ersten Runden zeigte sich, dass der Startfahrer das Tempo der Top Teams nicht halten konnte. Runde für Runde wurde der Rückstand zu den führenden größer. Vor allem Vene Vidi Vici aus Templin und MKC Limburg schienen in einer anderen Liga zu fahren. Nach knapp einer halben Stunde Renndauer begann sich jedoch das Blatt zu wenden. Die Rundenzeiten des Starfahrers Marco Braun wurden mit jeder Runde besser und er konnte nun die Zeiten des führenden Teams fahren. Die Korrektur des Luftdrucks schien sich nun auszuzahlen. Auch die nachfolgenden Fahrer Stefan Rapp und Helmut Braun fuhren in ihren Turns phantastische Rundenzeiten. Einzig das führende Team aus Templin konnte nicht mehr überholt werden. In einer fast unglaublichen Aufholjagd erreichte man kurz vor Schluss des Rennens noch Platz 2 und somit wichtige 17 Punkte für die Meisterschaft. Das Highlight des Tages sollte dann mit dem zweiten Lauf noch folgen. Ein Nachtrennen in umgekehrter Fahrtrichtung. Knapp eine halbe Stunde nach Rennstart wurde die 1 ‚2 km lange Rennstrecke dann durch das Flutlicht ausgeleuchtet. Diese neue Situation sorgte für einen mächtigen Adrenalinschub unter den Fahrern. Die Brems- und Einlenkpunkte waren schwerer zu erkennen. Viele Fahrer hatten damit so ihre Probleme. Zeitunterschiede von fast 4 sec. pro Runde waren die logische Folge. Aber auch hier sollte

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sich zeigen, dass das Team um Teamchefin Niria Hutter zu Recht ganz vorne in der Wertung stand. In einem packenden Finale konnte in der allerletzten Runde wiederum Platz 2 eingefahren werden. Bis kurz vor Rennende ließ MKC Limburg Fahrer Stephan Opitz kein Zweifel daran, dass er seinen 2. Platz halten werde. Fehlerfrei spulte er Runde für Runde ab und ließ dem Allianz Team, welches er dauernd im Nacken hatte, keine Chance zum Überholen. Dann bei einer Überrundung in der letzten Runde hat der Fahrer des Teams MKC Limburg den Bruchteil einer Sekunde gezögert. So konnte knapp 500 Meter vor der Ziellinie Schlussfahrer Stefan Lorenz durch eine umjubelte Aktion überholen und knapp einen Meter vor dem Schlussfahrer des MKC Teams Stephan Opitz die Ziellinie überqueren. Ein phantastisches Rennen unter den Augen zahlreicher begeisterter Motorsport Fans war vorbei.

Durch das bereits am Samstag herausgefahrene Rennergebnis und der dadurch vorab gesicherten Meisterschaft konnte am Samstagabend eine ausgelassene Race Party gefeiert werden. Gegen Ende der Race Party ließ sich das Team auf eine Wette mit dem Betreiber der Anlage Manfred Wagner ein „Meine Jungs sind nicht zu schlagen“, wetterte Wagner „Wir wetteten ein Rennen gegen das seit nahezu 3 Jahren auf dem Templiner Ring ungeschlagene Vene Vidi Vici Team zu gewinnen“.

Am nächsten Morgen sollten dann die beiden letzten Läufe der AVD Kart Meisterschaft beginnen In den beiden 10 minütigen Qualifyings wurden einmal Startplatz 5 und Startplatz 2 heraus gefahren. Bereits ab Beginn des Rennens konnte das Allianz Team die besten Rundenzeiten fahren. Runde für Runde konnte man sich von den Templinern im 1Otels Bereich absetzen. Nach ca. einer Stunde Renndauer sollte dich das Blatt allerdings zugunsten des Teams aus Templin wenden. Einsetzender Regen machte dem Roadrunner Team zu schaffen. Vene Vidi Vici machte sich den Heimvorteil zu Nutze. Dadurch, dass das Team die Gripverhältnisse bei Regen auf der Bahn natürlich kannte, konnte in knapp 15 Minuten ein Vorsprung von fast 40 sec. heraus gefahren werden. So fand sich nach abtrocknen der Bahn das Allianz Team mit knapp 40 sec. Rückstand auf das Templiner Team auf Platz 2 wieder. Trotzdem gab man nicht auf und kämpfte sich wieder an das führende Team heran. Dass ein Rennen erst nach der Ziellinie vorbei ist, musste dann das Templiner Team schmerzhaft erfahren. Der Schlussfahrer des Teams ist beim Einfahren in die Box ohne zu Bremsen über die Haltelinie gefahren. Die dadurch abzusitzende Zeitstrafe sorgte dafür, dass der Schlussfahrer des Allianz Teams knapp hinter den Templinern aus der Boxengasse heraus fuhr. Die verbleibende Rennzeit von knapp 10 Minuten reichte um zu überholen und dann doch tatsächlich noch den Sieg einzufahren

Beim Start des 2. Laufes wurde dann die Euphorie nach dem Sieg des ersten Laufes zum Verhängnis. Nach dem Ende des Rennens wurden die Karts in den Parc Ferme‘ geschoben. Dadurch hat das Team versäumt dem Startfahrer die 10kg Zusatzgewicht in den Gewichtskasten zu laden. Da die Einführungsrunde dann ohne dieses Gewicht begonnen wurde, bekam das Team daraufhin eine 100 sec. Zeitstrafe verpasst. Trotzdem wurde das Rennen noch auf Platz 5 beendet.

Nachdem schon im vorigen Rennen in Emsbüren der Allianz Fahrer Jochen Brendle die absolut schnellste Rennrunde gefahren war, konnte er auch diese Trophäe in Templin einfahren und diese Leistung erneut bestätigen.

 

 

Der Höhepunkt für das Team wird dann die am 15.November stattfindende Sport Gala des DMV (Deutscher Motorsport Verband) in Meißen bei Dresden sein. Dort findet dann die Ehrung zum deutschen AVO Kart Challenge Meister 2008 statt.

 

 

 

Verfasser: Jochen Brendle

Quellen: Zeitschrift Pro Kart Oktober/November 2008

Hunter Racing: http://www.bIog.hunter-racing.de/category/avd-rennen/

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